Hafen in Singapur - Drehscheibe für Handel in Süd-Ostasien
Online seit: 29. Mai 2009
Heute zählt der Hafen von Singapur als größter und effizientester in der Welt.
Der Hafen von Singapur hatte Anfang der 1820er eine zentrale Lage zwischen den 3 existierenden Handelsnetzwerken: Dem Chinesischen Handelsnetzwerk, welches Süd-China (Fujian und Guangdong) mit Südostasien verbindete. Das Südostasiatische Netzwerk, welches die indonesischen Inseln miteinander verband und dem europäischen und indischen Netzwerk, welches Singapur mit den indischen und europäischen Märkten verlinkte.
Anfang der 1830er Jahre hatte Singapur die Marktvorherrschaft mit dem Handel von chinesischen Waren gegenüber Batavia (heute Jakarta) übernommen. Grund dafür war der freie Handelshafen, welcher nicht wie andere Häfen in der Region Einschränkungen hatte. Bald darauf überholte Singapurs Hafen auch beim Handel von Pfeffer, Reis, und anderen Produkten andere Häfen in der Region.
Auch die Malaysische Halbinsel im Hinterland von Singapur profitierte von dem steigenden Handelsvolumen im Hafen. Straßen und Schienen wurden gebaut um Rohstoffe zur Weiterverarbeitung und zum anschließenden verschiffen in die Stadt zu liefern.
Nach der Auflösung der Strait Settlements am 1. April 1867, ging Singapur von der Britisch East India Company an die britische Krone über. In den folgenden Jahren wuchs die Bedeutung des Handelshafens, wegen seiner geographischen Lage, stark an. Mit dem steigenden Handel wuchs auch der Wohlstand der Einwohner und des Staates. Dies lässt sich heute noch gut an den erhaltenen Kolonialbauten, wie zum Beispiel dem Supreme Court am Padang und dem Government House (heutige Istana), erkennen.
Einen starken Wachstumsschub erlebte der Hafen, als auch die Stadt, mit der Fertigstellung des Suez-Kanals in Ägypten am 18. März 1869; Eröffnet wurde der Kanal am 17. November 1869 im Beisein vieler Adliger und Europäer. Weiteres Wachstum kam mit der Entwicklung von Hochsee-Dampfschiffen ab 1889. Der Handelsverkehr verschub sich allmählich von den exotischen Gewürzen zu Zinn, Öl, Kopra und Zucker. 1902 wurde das erste Öllager in Singapur und damit auch im Fernen Osten angelegt.
Nach dem Ende der Kolonialzeit im Jahre 1963 und nachdem die Briten die Inseln verlassen hatten, wurde der Handel mit der malayischen Halbinsel eingestellt. Singapur galt nicht mehr als das ökonomische Zentrum auf der Halbinsel.
Singapur strebte ab 1965 eine exportorientierte Wirtschaft an. Rohmaterial wurde importiert und nach der Veredelung wieder ausgeführt.
In den 80ern wurde der Handel vom Singapur River (Singapur Fluß) auf andere Terminals und Häfen der Insel verschoben. Der Keppel Hafen besitzt drei Terminals, weitere Terminals finden sich in Jurong und Pasir Panjang, als auch Sembawang im Norden.
Heute wird der Handel von zwei Unternehmen abgefertigt, PSA International und Jurong Port.
In 2007 lag der Umschlag von Standardcontainern (kurz TEU) bei 27,9 Millionen in Singapur. Zum Vergleich in Hamburg werden jährlich ca. 10 Millionen umgeschlagen.
Sebastian W.
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