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Weg zur Unabhängigkeit (1945 bis 1963)

Online seit: 29. Mai 2009

Nach der mehr als dreijährigen Besatzung der Japaner während des Zweiten Weltkriegs vom 15. Februar 1942 bis zum 15. August 1945, wurde Singapur am 12. September 1945 wieder eine Kronkolonie der Briten. Jedoch war der Ruf der Briten in der Singapurer Bevölkerung angeschlagen, da die Verteidigung der Stadt gegen die Japaner im Zweiten Weltkrieg misslungen war.

Am 1. April 1946 wurden die Strait Settlements aufgelöst und Singapur wurde eine separate Kronkolonie. Nach Kriegsende lag die gesamte Stadt in Trümmern. Der Großteil der Infrastruktur war zerstört, als auch die Strom- und Wasserversorgung, das Telefonnetz und die Hafenanlage.

Erst 1947 mit steigender internationaler Nachfrage, begann sich die Wirtschaft wieder zu erholen – jedoch sollte es noch viele Jahre dauern, bis gleiche Verhältnisse wie vor dem Krieg wieder hergestellt waren.

Die ersten Wahlen in Singapur wurden im März 1948 veranstaltet. Es standen 6 der 25 Sitze zur Wahl. Jedoch waren nur Britische Personen zur Wahl zugelassen. Die restlichen Sitze wurden entweder von der Regierung oder der Handelskammer vergeben. Drei der Sitze wurden an die neugeformte Singapore Progressive Party (SPP), welche sofortige Unabhängigkeit anstrebte, vergeben. Die Zweite Wahlen mit 9 zu vergebenen Sitzen wurde 1951 abgehalten. Die SPP dominierte die Wahlen und gewann 6 Sitze. Eine britische Kommission unter der Führung von Sir George Rendel machte 1953 den Vorschlag einer eigenständigen Führung in Singapur. Diese neue eigenständige Regierung sollte aus 32 Sitzen bestehen – 25 der 32 Sitze sollten bei öffentlichen Wahlen vergeben werden. Die Briten sollten derweil Kontrolle über interne Sicherheit und externe Angelegenheiten behalten. Zudem sollten sie die Möglichkeit zu einem Veto-Recht einlegen können. Am 2. April 1955 wurden die ersten allgemeinen Wahlen abgehalten. Insgesamt wurden 300‘000 Stimmen abgegeben. Die zuvor dominante SPP ergatterte jedoch nur 4 Sitze. Die neugebildete Linke Partei, Labour Front, erreichte 10 Sitze und bildete eine Koalition mit der UMNO-MCA Allianz, welche 3 Sitze erhalten hatte. Eine ebenfalls neue Partei, die leftist People’s Action Party, gewann 3 Sitze. Die Labour Front stand unter der Führung von David Marshall.

Im April 1956 führte Marshall eine Delegation nach London um die Unabhängigkeit von Singapur zu verhandeln. Dies Misslang ihm, da die Briten eine äußere Beeinflussung der Kommunisten für möglich hielten. Marshall trat nach den misslungenen Verhandlungen zurück. Neuer Führer wurde Lim Yew Hock. Dieser schlug gegenüber den Kommunisten und den Linken eine härtere Gangart ein. Als dann im März 1957 eine neue Runde von Gesprächen mit der britischen Regierung bezüglich der unabhängigen Regierung abgehalten wurden, beschloss man Singapur selbständige Kontrolle über die inneren Angelegenheiten zu übergeben. Die neue Regierung sollte aus 51 Mitgliedern, welche alle durch die Bevölkerung gewählt werden sollten, bestehen. Zudem sollte der Prime Minister und das Kabinett alle Angelegenheiten, außer Verteidigung und externe Angelegenheiten (diese wurden noch von den Briten übernommen), leiten.

Im Mai 1959 wurden öffentliche Wahlen in Singapur veranstaltet. Die People’s Action Party (PAP) gewann 43 der 51 Sitze. Neuer Führer von Singapur wurde Lee Kuan Yew. Die Geschäftsleute in Singapur waren mit dem Sieg der PAP nicht sehr erfreut, da viele der Führungsmitglieder Pro-Kommunismus waren. Deshalb entschlossen sich viele Geschäftsleute sich aus Singapur zurück zu ziehen und Ihre Geschäftssitze nach Kuala Lumpur zu verlegen. Die PAP setzte derweil auf ein striktes Programm um die wirtschaftlichen und sozialen Probleme in den Griff zu bekommen.

Trotz der anfänglichen Erfolge der PAP, war man davon überzeugt, dass die Zukunft des Landes im Zusammenschluss mit Malaysia lag. Davon war der kommunistische Flügel der PAP Partei nicht begeistert, da die malaysische Führung anti-kommunistisch war und damit ihre Macht stark eingeschränkt hätte. Die malaysische Führung fürchtete jedoch das Gegenteil, eine Übernahme durch die Kommunisten, als auch Probleme mit der großen chinesischen Bevölkerung in Singapur, welche die Machtverhältnisse aus dem Gleichgewicht bringen hätten können. Der Malaysische Prime Minister, Tunku Abdul Rahman, ließ darum die Idee einer Malaysischen Föderation (Federation of Malaysia), welche aus der bisherigen Malaysischen Föderation, Singapur, Brunei und dem britischen Gebieten Sabah und Sarawak bestehen sollte, vorschlagen. Die malaysische Führung ging davon aus, dass die Bevölkerung der anderen Gebiete (Malaysier) die der Singapurer Chinesen ausgleichen würde. Im August 1963 wurde die Unabhängigkeit gegenüber den Briten erklärt.

Die Unabhängigkeitserklärung war das Ergebnis des ersten und einzigen Singapore national referrendum (01. September 1962), bei dem die Bevölkerung den Zusammenschluss mit Malaysia zugestimmt hatte. Es standen drei Optionen bei diesem Referendum zur Auswahl, Option A wurde mit einer Mehrheit von 73% zugestimmt. Damit wurde beschlossen, dass alle Singapurer automatisch Staatsbürger von Malaysia werden, Singapur sollte jedoch eine bestimmte Unabhängigkeit, bei Fragen wie Arbeit und Bildung, beibehalten. Singapur sollte ebenfalls die Freiheit bekommen alle vier Hauptsprachen, English, Mandarin, Malaysisch und Tamil, weiterhin zu benutzen.

Sebastian W.



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